Geschichte des Hofes Balm



HerztürIm Jahre 1844 wurde das Armen-Arbeitshaus Balm an der äußersten Peripherie der Gemeinde Munkbrarup errichtet. Aufgenommen wurden dort pflegebedürftige und in Not geratene Menschen, die dort einfache Tätigkeiten verrichten sollten ("Fördern und Fordern?").

Ursprünglich führte ein langer Flur durch das Haus, von dem zahlreiche Kammern abgingen. Auf einer Grundfläche von ca. 200m² lebten hier zeitweise bis zu 50 Menschen. Die zwei heute vorhandenen Schornsteine gab es damals noch nicht.
Auf dem Hofgelände stand ein leider nicht mehr vorhandenes Backhaus, das vermutlich auch zum Wärmen von Bettsteinen genutzt wurde.

Nachkommen der Tochter des letzten Verwalters berichteten uns, dass das Leben in Balm seinerzeit ziemlich schrecklich gewesen sein müsse. Die Tochter verließ im Alter von 18 Jahren ihr Elternhaus und flüchtete regelrecht bis nach München, was zu der Zeit wohl recht ungewöhnlich war.
Gleichwohl war die Einrichtung eines Armenhauses ein großer Fortschritt, da es bis dahin Usus war, beispielsweise Bettler über die Grenze des Armendistrikts zu vertreiben. Diese Praxis wurde 1808 durch eine Anordnung des Königs Friedrich VI. verboten.

Im Jahre 1902 ging das Armen-Arbeitshaus in Privatbesitz über, und die verbliebenen Bewohner wurden auf andere Armenhäuser in der Umgebung verteilt. 1907 wurde das Haus innen und außen umgebaut und zu einem Bauernhof umfunktioniert. Die Landwirtschaft wurde 1972 aufgegeben.
Nachdem er 90 Jahre im Besitz der Familie Christophersen war, haben wir den Hof im Jahre 1997 gekauft.